Falsche Ratschläge fürs Studium – Vorsicht!


Schlaue, gut gemeinte aber wenig hilfreiche oder gar falsche Ratschläge, davon können alle Studenten ein Lied singen. Frei nach dem Motto, das in den Social Medias rauf und runter gepostet wird:

Wenn du nicht weißt, wie du deine Kinder erziehen sollst, frag Leute, die keine Kinder haben. Die wissen das.

Alle möglichen Personen fühlen sich bemüssigt, dir schlaue Weisheiten mit ins beginnende Studentenleben mitzugeben.

Einige dieser gut gemeinten aber schlichtweg unsinnigen Ratschläge möchte wir heute aufdecken, damit du nicht mit unerfüllbaren oder gar gefährlichen Vorstellungen ins Studium startest.


10 Falsche Ratschläge:

Falscher Ratschlag Nr. 1: Geh in jede Vorlesung

Falscher Ratschlag Nr. 2: Je länger du lernst, desto besser

Falscher Ratschlag Nr. 3: Sei fleißig, dann kommen die guten Noten von ganz allein

Falscher Ratschlag Nr. 4: Am Ende zählt nur die Note

Falscher Ratschlag Nr. 6: Stecke dir realistische Ziele

Falscher Ratschlag Nr. 7: Betrachte deine Kommilitonen als Konkurrenz

Falscher Ratschlag Nr. 8: Du musst in der Regelstudienzeit fertig werden

Falscher Ratschlag Nr. 9: Lass das Studium einfach auf dich zukommen

Falscher Ratschlag Nr. 10: Wenn dich dein Studium nervt, brich ab.

Falscher Ratschlag Nr. 10:  Befolge die Ratschläge die du bekommst

Die einzelnen Punkte verweisen dich auf viele weitere Artikel, die sich noch einmal explizit mit den einzelnen Themen beschäftigen.

Falsche Ratschläge Nr. 1: Geh in jede Vorlesung

So kennst du es von der Schule her. Schulpflicht, Anwesenheitspflicht. Also erscheint der Tipp erst einmal selbstverständlich für dich.

Jedoch hast du all das im Studium nicht bzw. nur in einigen Fächern. Besuche die ersten Vorlesungen und entscheide dann klug, welche Vorlesungen du dir schenken kannst. Ein Beispiel: Leider gibt es immer noch Dozenten, die während der Vorlesung ausschließlich wörtlich aus ihrem Buch vorlesen. Mit Verlaub gesagt, lesen kann ich selber…

Nutze die Wahlfreiheit des Studiums klug, aber nutze sie nicht aus. Zeit ist dein kostbarstes Gut im Studium, also wenn dir eine Vorlesung nichts bringt, dann bleib zu Hause und nutze die Zeit effektiver.

Falsche Ratschläge Nr. 2: Je länger du lernst, desto besser

Erwiesenermaßen ist es ineffizient, lange Zeit am Stück zu lernen, ohne Pausen zu machen. Und zwar wirklich echte Pausen, in denen du abschalten und auftanken kannst. Deine Konzentration nimmt bei langen Lernintervallen überproportional ab, Gelerntes bleibt nicht im Gedächtnis. So vergeudest du wertvolle Stunden und bist hinterher nicht viel schlauer als zuvor. Es mag paradox erscheinen, aber je stressiger und lernintensiver die Zeit ist, desto wichtiger ist es, bewusst Pausen einzulegen. Erstelle einen Zeitplan, arbeite in kleinen Etappen, lege erreichbare Zwischenziele fest und plane die Pausen ganz gezielt mit ein. Lerne das ganze Semester kontinuierlich mit, jeden Tag ein klein wenig, dann schiebst du nicht kurz vor den Klausuren einen riesigen Berg vor dir her. Erarbeite dir deinen eigenen Lernrhythmus und orientiere dich dabei daran, wann du deine besonders produktiven Phasen hast.

Falsche Ratschläge Nr. 3: Intelligenz ist ein Garant für gute Noten

Oft ist so ein Satz aufmunternd, wohlwollend gemeint. Wobei nicht bedacht wird, dass eine schlechte Note dann im Umkehrschluss heißen muss: “Du bist einfach zu doof”. Lass dir das niemals einreden. Studieren hat viel weniger mit Intelligenz und Talent zu tun, als mit Fleiß, Ehrgeiz und Ausdauer. Es ist auch nicht gesagt, dass sich aus deinen schulischen Noten unbedingt Rückschlüsse auf deine Studienleistung ziehen lassen. Tatsache ist doch, dass wir motivierter und engagierter an Sachen herangehen, die uns wirklich interessieren. Interesse, die richtigen Lerntechniken und Durchhaltevermögen, das sind die wahren Garanten für gute Noten.

Falsche Ratschläge Nr. 4: Am Ende zählt nur die Note

Natürlich ist die Note wichtig. Aber definitiv nicht DAS Wichtigste. Und zwar in zweierlei Hinsicht.

Erstens, Noten spiegeln häufig nicht deine tatsächlichen Fähigkeiten wider. Und das wissen auch  spätere Arbeitgeber. Sie achten sehr wohl darauf, welche Soft Skills und welche praktischen Fertigkeiten du dir im Studium erworben hast. Die Noten stellen einen kleinen Teil deiner Bewerbungsmappe dar. Wichtig ist, was du außer dem Streben nach guten Noten noch in deinem Studium geleistet hast.

Und zweitens ist das Studentenleben die Zeit der Persönlichkeitsbildung. Die Zeit Kontakte zu knüpfen. Die Zeit, sich mit Jobs finanziell über Wasser zu halten. Und, so blöd es sich auch anhören mag, die Zeit, erwachsen zu werden. Es ist ein legitimes Ziel, zu den Einser-Studenten zu gehören, aber dafür darf nicht das gesamte Studentenleben geopfert werden.

Falsche Ratschläge Nr. 5: Stecke dir realistische Ziele

Ebenfalls ein gut gemeinter Vorschlag. Möglicherweise mit dem Hintergedanken, dich vor Überforderung zu schützen. Das ist auch gut und richtig, denn ein Studium fordert einen heraus. Da ist es unabdingbar, auch mal eine klare Grenze zu ziehen.

Aber die andere Seite der Medaille ist, dass du dir selbst das Träumen verbietest. Träume, und sind sie noch so utopisch, beflügeln und motivieren. Sie spornen dich zu Höchstleistungen an. Versuche stets groß, optimistisch und positiv zu denken. Mit kleinen, vorsichtigen Zielen setzt dir Grenzen, die du nicht mehr zu überwinden versuchst. Möglicherweise könntest du es aber und du bleibst hinter deinen Möglichkeiten zurück.

Falsche Ratschläge Nr. 6: Betrachte deine Kommilitonen als Konkurrenz

Das Argument ist immer das Selbe: Wenn du deinen Kommilitonen hilfst, werden sie besser. Dadurch steigt dein Leistungsdruck weil das Gesamtniveau steigt.

Aber könnte es nicht auch anders sein? Wenn du Kommilitonen hilfst wirst du durch das Erklären des Stoffes selber immer besser. Und im Gegenzug wird dir bei Fragen und Problemen gerne geholfen.

Nur weil andere dann auch gute Noten haben, heißt es ja noch lange nicht, dass deine schlechter werden. Hilfsbereitschaft und Kollegialität nimmt dir nichts weg. Ganz im Gegenteil, wenn dir beides eine Selbstverständlichkeit ist, wird das späteren Arbeitgebern positiv ins Auge stechen.

Falsche Ratschläge Nr. 7: Halte dich an die Regelstudienzeit

Grundsätzlich ist die Regelstudienzeit nur für den BAföG-Bezug von Bedeutung. Im Studium spielt Zeit (abgesehen davon, dass sie immer zu wenig ist) nicht die entscheidende Rolle. Die Frage ist viel mehr, wie du deine Studienzeit nutzt, womit du sie verbringst. Konzentrierst du dich rein auf das Studium, oder musst du nebenher deinen Lebensunterhalt verdienen? Bremst dich eine Krankheit, eine Verletzung oder ein Schicksalsschlag aus, der dich zwingt, eine Pause einzulegen? Legst du ein Urlaubssemester ein? Absolvierst du ein Auslandssemester, zusätzliche Praktika oder ähnliches? All das wirkt sich natürlich auf die Dauer deines Studiums aus, sagt aber rein gar nichts über Besser oder Schlechter aus. Betrachte die Regelstudienzeit als Richtwert und verfolge deine Ziele konsequent und zielstrebig, aber in deinem eigenen Tempo.

Falsche Ratschläge Nr. 8: Lass das Studium einfach auf dich zukommen

Auch wenn es bieder, gar spießig klingt, eine gewisse Planung und Struktur muss auch im Studentenleben sein. Der Alltag als Student wird dich vor viele neue Anforderungen stellen. Damit du gerade am Anfang nicht von all den neuen Eindrücken überfahren wirst, lohnt sich eine gewissenhafte Planung definitiv. Dabei ist schon abzusehen, dass du deine Pläne von Zeit zu Zeit anpassen musst, du lernst dazu, wirst routinierter und sicherer. Dadurch verschieben sich Prioritäten und ändern sich Aufgaben. Aber die Grundausrichtung deines Studiums muss dennoch geplant und die Zeit sinnvoll eingeteilt werden. Wenn du zu sehr in den Tag hinein lebst und dein Studium schleifen lässt, kannst du niemals die Leistung abrufen, die in dir steckt. Und das könnte sich am Ende rächen.

Falsche Ratschläge Nr. 9: Wenn dich dein Studium nervt, brich ab.

Ja, wenn dich dein Studium droht, dich nervlich krank zu machen, dann denk ernsthaft über Abbruch nach. Wenn es dich einfach nur nervt, dann halte dir vor Augen, dass alle anstrengenden und zeitintensiven Aufgaben ab und an nerven. Es ist normal, durch Motivationstief zu gehen, genauso wie es normal ist, zwischendurch am Sinn des Studiums und an der eigenen Leistungsfähigkeit zu zweifeln. Aber halte dir in diesen Momenten dein Ziel vor Augen, den Grund, warum du dich für dieses Studium entschieden hast. Arbeite an deiner Motivation und nimm dir fest vor, deine guten Vorsätze durchzuhalten. wenn du die Krise überwunden hast, wirst du gestärkt daraus hervorgehen und konsequent dein Ziel weiter verfolgen.

Falsche Ratschläge Nr. 10:  Befolge die Ratschläge, die du bekommst

Wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, prasseln wohlgemeinte aber trotzdem oft falsche Ratschläge nur so auf dich ein. Das solltest du nicht nur negativ sehen. Es gibt offenbar viele Menschen, denen dein Wohlergehen am Herzen liegt. Aber nicht immer ist gut gemeint auch gut gemacht. Deshalb unser ultimativer Rat:  Sammle eigene Erfahrungen, überprüfe Gehörtes, geh deinen eigenen Weg und lass dir nichts einreden, was gegen deine Überzeugung ist.

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